Monate: November 2013

Rezension: Corinna Knauff: „Ich bin eine gute Mutter!“

Der Untertitel des Buches: Warum es ihrem Kind besser geht, wenn Sie nicht perfekt sind. gefällt mir gut, ebenso wie die Grundidee, dass es der Familie nur dann gut geht, wenn es auch der Mutter gut geht. Die Autorin beschreibt anschaulich die Perfektionsfalle, in die viele Mütter stolpern. Ihr Buch möchte sie nicht als Erziehungsratgeber sondern als persönliches Plädoyer für mütterliche Autonomie und Souveränität verstanden wissen. Sie plädiert dafür, dass sich Mütter nicht gegenseitig bekämpfen, sonder unterstützen, dass wir auch Verantwortung abgeben, z. B. an die Väter, und sie sagt, dass der Perfektionismus der Mütter auch den Kindern schadet, weil er kindliche Könige hervorbringe. Hier scheinen die viel gescholtenen Helikopter-Eltern durch, ohne dass der Begriff fällt. Corinna Knauff spricht sich daher für den Abschied von der Übermutter (so eine Kapitelüberschrift) aus und gibt die Parole aus: Sei eine gute Mutter, sei du selbst! (S. 51) Um das zu realisieren gibt sie drei Mantras vor: Nein-Mantra: Ich bin eine gute Mutter, und gute Mütter haben Grenzen! Bye-bye-Mantra: Ich bin eine gute Mutter, und gute Mütter sind …

Unwort: Müssen

„Ich muss mal eben …“ „Warte, ich muss erst noch … “ „Komm, wir müssen …“ „Nicht jetzt! Papa muss erst …“ „Ich komme gleich. Ich muss die Präsentation noch …“ Kennt ihr diese Satzkonstellationen aus dem Familien- und Berufsalltag? Gerade wenn der Alltag strikt getaktet ist und alle auf gute Zusammenarbeit angewiesen sind? Dann tauchen genau diese Sätze auf. Das „müssen“ ist ganz vorn dabei. Jedenfalls in unserer Familie. Wir müssen pünktlich sein, rechtzeitig zur Arbeit, zur Oma, zur Kita, zur Freundin kommen. Wir müssen mal eben zu Ende telefonieren, nur noch die Nachricht schreiben, den Kundenauftrag beenden, abwaschen, das Essen in den Ofen schieben. Wie kommt das müssen-Müssen bei Kindern an?  In einer von mir besuchten Fortbildung ging es ursprünglich um das Thema Achtsamkeit. Darum, Kindern ihre Wertigkeit und Bedeutung zu zeigen. Auch darum, sich selbst zu beobachten mit seinen Formulierungen. Das „müssen“ in Zusammenhang mit Arbeit, Haushalt und Kommunikation, was zeigt das also unseren Kindern? Fremdbestimmung. Zwang. Mühseligkeit. Wollen wir unseren Kindern das vermitteln? Ich nicht. Denn meine Arbeit macht mir Spaß. …

Done statt To-do

Kennt ihr diese Tage, an denen ihr den ganzen Tag gearbeitet habt, aber trotzdem keinen Punkt von der To-do-Liste streichen könnt? Mir passiert das häufiger, als mir lieb ist. Und dann kommt immer das Gefühl auf, ich hätte ja gar nichts geschafft. Und das fühlt sich richtig blöd an. An solchen Tagen setze ich mich inzwischen hin und schreibe auf, was ich denn alles getan habe. Alles, auch das Pflaster, das ich auf die winzig kleine rote Stelle am Knie meines Kindes geklebt habe und die ausgeräumte Spülmaschine. Ich erstelle also eine Done-Liste statt einer To-do-Liste. Und dann koche ich mir eine Tasse Tee und lobe mich dafür, was ich an diesem Tag wieder alles geschafft habe.

Rezension: Cornelie Kister: Mütter, euer Feind ist weiblich

Dieses Buch sprach mich gleich an, weil es ein Phänomen thematisiert, das auch mir immer wieder auffällt. Egal wie eine Frau lebt, sie wird immer dafür verurteilt. Und nicht von Männern. Frauen verstehen es ausgezeichnet, sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen. Da wettert die berufstätige Mutter gegen die „Nur-Hausfrau“ wärhend diese nicht müde wird, die andere als „karrieregeile Rabenmutter“ zu titulieren. Jede weiß am Besten, wie frau zu leben hat und was die anderen alles falsch machen. Cornelie Kister beschreibt dieses Phänomen in ihrem Buch weitgehend wertfrei und anschaulich und plädiert dafür, Frauen die Wahlfreiheit auch wirklich zu lassen, die sie sich im Zuge des letzten Jahrhunderts mühsam erkämpft haben. Und vor allem fordert sie uns auf, uns nicht immer gegenseitig zu verurteilen. Dazu unternimmt sie einen Ausflug in die Geschichte der deutschen Frauenbewegung und macht vor allem die idealisierte Vorstellung von der „guten Mutter“ als Ursache der Grabenkämpfe aus. Diese verinnerlichte Vorstellung hindere die Frauen daran, unbeschwert und authentisch ihr Leben in die Hand zu nehmen. Sie fordert uns dazu auf, diese …

Familien-Freitag: Geht zu Fuß

Fahrt ihr auch so viel mit dem Auto? – Natürlich, das geht ja auch schneller. Ich habe das zu Fuß gehen für mich entdeckt. Einfach mal das Kind zu Fuß vom Kindergarten abholen. Das hat viele Vorteile: Zum einen bekomme ich Bewegung und kann dabei meine Stresshormone abbauen. Dann tanke ich Sonne, was meinem Vitamin D-Haushalt unglaublich gut tut. Aber vor allem komme ich wieder in Kontakt zu mir selbst und zu meinem Kind. Auf dem Weg zum Kindergarten habe ich Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen und mich auf mein Kind zu freuen. Auf dem Rückweg kann ich mit meinem Kind gemeinsam Zeit verbringen, in Pfützen springen oder durch Laubhaufen laufen, wir können uns gegenseitig von unserem Tag erzählen und haben gemeinsame Zeit, um unsere Verbindung wieder zu festigen. Natürlich könnte ich für die Bewegung auch mein Kind zum Sportkurs und mich ins Fitness-Studio schleppen, aber da fehlt die Beziehung. Wir können auch im Auto reden, aber da sitzt mein Kind hinten und ich vorne. Mir ist das zu unpersönlich. Vielleicht findest du auch einen Weg, …