Monate: März 2014

Das böse Stillen

Aufreger des Tages: schlecht recherchierte Artikel Immer mal wieder erscheinen Artikel wie z. B. in der FAZ, in denen darüber geklagt wird, dass Mütter heutzutage einem unheimlichen Druck ausgesetzt seien zu stillen. Überall werde betont, das Stillen sei leicht, jede Frau könne es und wenn sie es nicht schaffe, dann sei sie eine schlechte Mutter. Diese Aussagen kämen von Ärzten, Hebammen, Stillberaterinnen, selbst die Babynahrungsindustrie sage Stillen sei das Beste fürs Kind. Update 20/07/2015: Herzlichen Glückwunsch an die NZZ, die sich jetzt ebenfalls mit einem grottenschlecht recherchierten Artikel in den Reigen einfügt. Mythen, soweit das Auge reicht Zum einen der Mythos, Muttermilch sei „das Beste“. Das stimmt so nicht. Muttermilch ist einfach nur die normale, artgerechte Nahrung eines menschlichen Babys. Daher kann man auch nicht von den Vorteilen des Stillens reden, sondern muss die Nachteile von künstlicher Säuglingsnahrung betrachten, so wie man ja auch bei anderen Lebensmitteln und ihren Ersatzprodukten das Original als Standard setzt und die Kopie daran misst. Daher ist es richtig zu sagen, dass nicht gestillte Kinder im Vergleich zu gestillten häufiger …

Wieviel Förderung braucht mein Kind?

Muss ich mein Kind fördern? Ist es wirklich nötig, zusätzlich zu Kindergarten oder Schule noch Kurse zu besuchen? Mittlerweile meine ich das nicht mehr. Denn im Kindergarten kann mein Kind den ganzen Tag spielen und lernen, gefördert wird er dort. Nötig ist es also nicht. Zumal ja auch meine Beschäftigung mit meinem Kind durchaus eine Förderung sein kann, wenn sie auch nicht gezielt so gedacht ist. Wenn ich aber mit meinem Kind gemeinsam bastle, singe, Bücher vorlese, dann fördert das ja auch. Bei meinem großen Sohn sah ich das noch anders. Ich habe mich mit ihm hingesetzt, um ihm etwas beizubringen. Damit der XY lernt. Weil ich dachte, dass ich aus jedem seiner Interessen ein Projekt machen müsste um ihn zu fördern. Meist hat das dazu geführt, dass seine Interessen sehr schnell wieder versiegt sind, weil ich sie erst einmal zu meinen eigenen gemacht habe. Warum das so ist, habe ich eindrucksvoll bei einem Elternabend der Pikler-Spielgruppe erlebt, die ich mit meinem kleinen Sohn besucht habe: Wir wurden aufgefordert, mit den Materialien im Raum einfach …

Weisheiten: Wenn du es eilig hast, gehe langsam

Heute morgen wollte ich schnell alle meine Unterlagen wegräumen, weil ich in den Unterricht musste. Da habe ich in der Eile meine halbvolle Tasse Tee umgeworfen. Alles nass, großes Chaos, Ärger und ich bin zu spät gekommen. Da kommt mir der oben stehende Spruch in den Sinn: Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Es handelt sich um eine alte chinesische Weisheit, die aber durchaus vieles für sich hat. Denn wenn ich lieber zweimal gehe, um alle Taschen zu verstauen, kann ich meinen Tee noch austrinken statt ihn wegwischen zu müssen… ganz entspannt und ohne Ärger.

Rezension: Caroline Rosales, Isa Grütering: Mama muss die Welt retten

Durch einen glücklichen Zufall habe ich das Buch „Mama muss die Welt retten“ bei einer Verlosung von Tollabox gewonnen und ich muss sagen, ich habe es gerne gelesen. Es geht darin um Mütter, die sich aus der Elternzeit heraus selbstständig gemacht haben. Dabei werden nicht nur verschiedene Mütter vorgestellt, es werden auch viele Informationen rund um die Themen: Wie mache ich mich selbstständig, wie schreibe ich einen Businessplan, etc. vorgestellt. So ist ein spannendes und informatives Buch entstanden. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorinnen konsequent betonen, wie wichtig es ist, dass es Mutter und Kind gut gehen muss bei dem, was sie machen. Es gibt kein Gegeneinander sondern ein Miteinander im Umgang in der Familie. Meiner Meinung nach hätten die Autorinnen noch ein wenig mehr auf die Rolle der Männer eingehen können, diese kommen nur am Rand vor. Es wäre doch schön gewesen etwas mehr darüber zu lesen, wie die Partner die Selbstständigkeit der Frauen unterstützt haben. Fazit: Mama muss die Welt retten ist ein gelungenes Buch, interessant und inspirierend und vor allem lesenswert, …

Lob der Inkonsequenz

Solche Aussagen haben wir bestimmt alle einmal gehört: „Kinder brauchen konsequente Eltern, die immer an einem Strang ziehen.“ Oft gehört ist auch der hier: „Wenn man sich für etwas entschieden hat, muss man das auch konsequent durchziehen.“ Aber stimmt das auch? Lob der Inkonsequenz oder: Meine Grenzen sind individuell Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Kinder ganz gut damit leben können, dass wir Eltern uns nicht immer einig sind. Dass es sogar besser für sie ist, weil sie dann nicht mit ihren Ideen vor die Mauer der elterlichen Konsequenz prallen, sondern verschiedene Sichtweisen auf die Dinge kennenlernen, diskutieren und argumentieren üben. Darüber hinaus gibt es viele Dinge, die mir zwar wichtig sind, die ich aber nicht sklavisch durchziehen möchte. Natürlich ist es mir lieber, wenn meine Kinder nur gesunde Sachen essen, aber ich selber liebe Schokolade … Da möchte ich ihnen die nicht verbieten. Sie sollten auch nicht so viel fernsehen. Dennoch genieße ich es, wenn ich am Wochenende noch ein wenig Paarzeit bekomme, während die Kinder vor dem TV sitzen. Inkonsequenz macht das …