Monate: Oktober 2014

Man muss auch Gönnen können

Das Kind meiner Freundin schläft durch, während ich nach durchgehusteter Nacht auf dem Zahnfleisch gehe. Die Nachbarin sieht schon wieder so schlank aus wie vor der Schwangerschaft, während ich immer noch mit meinem Gewicht kämpfe. Der Kollege bekommt ein besonderes Lob für seine – zugegebenermaßen sehr gute – Präsentation. Da kann man schon mal neidisch werden. Nur bringt uns Neid nicht weiter. Denn Neid ist ein destruktives Gefühl. Alternative: Gönnen Wir können unserem Kollegen den Erfolg auch einfach gönnen und der Freundin den Schlaf. Denn auch wir wünschen uns sicher, dass unsere Mitmenschen uns Erfolge gönnen und nicht neiden. Gönnen können ist das Gegenteil von Neid. Es ermöglicht uns, Wertschätzung auszudrücken und unsere Beziehungen zu pflegen. Denn wer hört nicht gerne ein „Ich freue mich für dich“? Außerdem ist Gönnen konstruktiv. Es eröffnet uns die Möglichkeit, von anderen zu lernen. Wir können über das Gönnen ins Gespräch kommen und erfahren, was unser Gegenüber erfolgreich macht. Vielleicht verrät uns die Nachbarin eine tolle Bauchübung oder der Kollege erzählt uns von einem Buch, dass ihm bei seiner …

Eins nach dem Anderen statt alles zugleich

Ich habe ja bereits hier über dieses Thema geschrieben, aber es lässt mich einfach nicht los. Und nachdem mir letztens im Urlaub ein niederländischer Print-Artikel über die Ineffizienz von Multitasking begegnete, beschäftige ich mich auch wieder konkreter damit. Multitasking bringt uns nicht weiter Denn Multitasking ist nur scheinbar effizient. In Wirklichkeit sinkt unsere Produktivität dadurch, denn aus neurologischer Sicht kann man gar nicht zwei Dinge gleichzeitig tun. Wenn wir es versuchen, switcht unsere Aufmerksamkeit permanent von A nach B und wir müssen uns nach jeder Ablenkung wieder neu konzentrieren. Dadurch arbeiten wir langsamer, auch wenn uns das Tempo schneller vorkommt. Auch die Ergebnisse werden dadurch schlechter. Eins nach dem Anderen Wie können wir denn dann alle unsere To-dos schaffen? – Ganz einfach, wir machen eine Sache nach der Anderen. Prioritätenliste Die ist ganz wichtig, damit wir uns nicht mit unwichtigen Aufgaben aufhalten und darüber die wichtigen vergessen. Ich mache immer zuerst eine To-Do-Liste und priorisiere dann die drei wichtigsten Aufgaben. Die gehe ich zuerst an. Kleine Schritte Aufgaben in kleine Schritte aufteilen hilft dabei, sie …

Zukunftssorgen, vorauseilend.

Hebammen sterben. Normalerweise mache ich mir keine Gedanken um die Dinge, die weit in der Zukunft liegen. Schon gar nicht um potenzielle Enkelkinder, die es geben wird — oder auch nicht. Meine Tochter ist noch nicht ganz 6 Jahre alt, der Jüngste gerade 3. Aussichten in der Geburtshilfe  Da gibt es aber immer noch und schon wieder das Hebammenproblem. Und warum es ein echtes Problem ist, das schreibt Andrea genau hier: Das beschissene Wunder der Geburt. Was kümmert es mich? Ich bin durch mit dem Kinder kriegen. Zwei sind gut, für Nerven, Haus und Familiengleichgewicht. Mehr wird es hier nicht geben. Bin ich also fein raus?! Meine Tochter wird, wenn sie Kinder bekommt — ja, was eigentlich? Wie werden diese möglichen Kinder später mal auf die Welt kommen? Und das betrifft nicht nur meine Tochter, sondern auch den Sohn — was wird mit seinen Kindern? Theoretisch hat die Gesellschaft noch mindestens 15 Jahre, um alles zu richten. Bis dahin muss es eine Lösung geben — für alle. Nicht nur für die, die im Krankenhaus den geeigneten Geburtsort sehen und für die, die die …

Blogparade: Elterliches Miteinander

Zwar liegt der Aufruf für die Blogparade schon etwas zurück, aber ich möchte doch noch etwas dazu beitragen. Es geht um das Thema „Elterliches Miteinander“ und die Frage ist, wo sich Eltern gegenseitig unterstützen. Ich habe gerade so ein schönes Beispiel für Unterstützung erlebt. Es stammt zwar nicht aus dem Alltag, ist für mich aber dennoch sehr wertvoll, weil es mir sehr gut getan hat. Gemeinsamer Urlaub Wir hatten in der letzten Woche Herbstferien und sind mit einer befreundeten Familie gemeinsam von Montag bis Freitag auf eine niederländische Insel gefahren. Wir hatten einen Bungalow in einem Ferienpark gemietet, in dem wir alle gemeinsam wohnen wollten: vier Erwachsene und fünf Kinder im Alter von vier bis vierzehn. Das Chaos? – Nein. Die Kinder haben sich wunderbar miteinander beschäftigt, lediglich der Große war ab und an von den kleineren Kindern genervt. Natürlich gab es auch mal Streit, aber meistens gelang es den Kindern, diesen untereinander zu klären. Wir waren viel draußen und haben die Sonne genossen, die doch öfter schien, als befürchtet. Gib Kindern Eimer und Schaufeln …

Mein Wochenende in Bildern: 17./18./19. Oktober

Frau Mierau hatte angefangen, ihr Wochenende in Bildern am Sonntag abend zu veröffentlichen. Wahrscheinlich schaffen wir das nicht immer – und ich zeige ja auch möglichst wenig Kinderbilder online. Die Idee dahinter, insbesondere diese Begründung hier gefällt mir aber ungemein gut: Wichtige Aspekte der Elternschaft wurden und werden in anderen Kulturen durch Vorbildfunktionen und durch allgegenwärtige Repräsentationen vermittelt. In der westlichen Gesellschaft hingegen sind bestimmte Anblicke und Erfahrungen fremd geworden. Dazu zählen besonders Geburt, Stillen und der allgemeine Umgang mit Kindern. Doch auch heute sind Eltern nicht nur auf sich gestellt: Was früher der persönliche Austausch und das Miterleben nebenher waren, wird nun durch Medien vermittelt. Fernsehen, Zeitschriften und Elternratgeber bieten Wissensvermittlung und beeinflussen Elternschaft nicht unwesentlich. Seit einigen Jahren treten besonders Elternblogs in den Vordergrund und bieten Eltern eine Vielfalt an Einblicken in das Leben mit Kindern: Blogs, in denen es ausschließlich um „artgerechte“ Elternschaft geht sind ebenso vertreten wie Blogs nicht-stillender, vollerwerbstätiger Mütter. […] Daher möchte ich an dieser Stelle einen Aufruf starten an alle Elternblogger, die Zeit und Lust darauf haben: zeigt …