Monate: Juli 2015

Wo bleibt die Protestwelle?

Immer wieder lese ich, dass Vereinbarkeit nicht funktioniert. Dass wir Eltern uns aufreiben, zwischen Beruf und Familie und doch nie allem gerecht werden. Dass es eben einfach nicht geht. Das mag durchaus sein. Es ist zumindest schwer, alles unter einen Hut zu bringen und es geht schon gar nicht, wenn wir keine Unterstützung bekommen. Aber dennoch beschränken sich die meisten dieser Bücher und Artikel darauf, die Misere lang und breit zu beschreiben. Gibt es denn gar keine Lösung?

Freilernen im Sommer

Es sind Sommerferien, zumindest hier bei mir schon. Und in den Ferien, da haben wir frei. Da sind wir frei. Frei, das zu tun, worauf wir Lust haben. Zeit zu entspannen und nichts zu tun. Aber auch Zeit zu lernen. Frei zu lernen. Freilernen Freilernen bedeutet, dass man selbst wählt, was man lernen möchte und wie man es lernen möchte. Es bedeutet, selbst gesteuert und selbst initiiert zu lernen, ohne eine Bindung an Schule, ohne von außen vorgegebenes Curriculum. Es ist diie natürliche Art zu lernen. Lernen in den Sommerferien? Warum eigentlich nicht? Es geht ja schließlich nicht um institutionalisiertes Lernen, sondern darum, selbst gesetzte Lernziele zu erreichen. Und wenn wir mal ehrlich sind, lernen wir sowieso ständig. Denn jedes Mal, wenn wir etwas lesen, hören, sehen, was uns neu ist, dann lernen wir auch etwas. In den Sommerferien haben wir die Zeit, uns intensiver mit den Themen auseinanderzusetzen, die uns interessieren. Daher eignen sie sich besonders gut zum Freilernen. Freilernen bedeutet nicht, alleine lernen Freilernen ist nicht zwangsläufig eine einsame Tätigkeit. Wir können uns …

Warum der Vereinbarkeitsblog ein feministischer Blog ist.

Ja, wir sind Feministinnen. Denn Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein zutiefst feministisches Anliegen. Feminismus setzt sich für die Beseitigung von Ungleichheit ein und wendet sich gegen gesellschaftliche Rollenzuschreibungen. Es geht um Gleichberechtigung, Abbau von Diskriminierungen, Chancengleichheit und Freiheit. All dies unterstützen wir. Wir wollen Wahlfreiheit für Familien. Sie sollen entscheiden können, wie sie leben möchten. Aber dazu sind gesellschaftliche Rahmenbedingungen nötig. Denn wenn es nicht genug qualitativ hochwertige Kinderbetreuung gibt, dann fällt die Entscheidung schwer, wieder arbeiten zu gehen und das Kind außer Haus betreuen zu lassen. Wenn einseitig das Zuverdiener-Modell unterstützt wird durch das Ehegattensplitting, dann verhindert das die gleichberechtigte Aufteilung der Aufgaben in der Familie. Es drängt Frauen UND Männer in tradierte Rollen – unterbewusst und sehr schwer wieder aufzuheben, wenn es sich erst einmal eingeschlichen hat. Das fordert Kraft und Energie, die weder die Gesellschaft noch die Arbeitswelt dem einzelnen Elternpaar zugesteht. Uns ist ein bedürfnisorientierter Umgang auf Augenhöhe in der Familie wichtig. Das ist ein feministisches Thema. Es geht um Respekt und Gleichberechtigung für alle Familienmitglieder. Gegen Hierarchien. Denn …

Ich darf das! 10 unkorrekte Dinge, die ich mir erlaube, seit ich Mutter bin

Die gute Nic vom Windelfrei Blog hat m Montagsmantra 10 unfassbare Dinge auf den Tisch gepackt, die sie sich erlaubt. Seit sie Mutter ist. Wir schaffen auch 10 Stück. Mindestens. 10 unerlaubte Dinge, die ich mir erst erlaube, seit ich Kinder habe Manche Sachen darf frau erst, wenn sie Mutter ist. Vorher: undenkbar. Naja, fast jedenfalls. Here it goes! Ich darf: Tagelang in gammeligen Klamotten im Haus bleiben. TAGELANG. Was soll frau auch machen, wenn die Kinder nicht vor die Türe wollen? Also ehrlich, frau kann doch die Kinder nicht zwingen! .. ähem. Ich darf: Den Nagellack noch mal „überlacken“. Und nochmal. Das nennt sich „new used look“ und ist absolut trendy. Am besten 2-3 Mal überlackieren für den echten „used“ look. Nagelstudio und Co. passt nun wirklich nicht in den Terminplan. Ich darf: Unklug, aber lecker essen. Eis, Schokolade und Literweise Kaffee sind adäquate Lebensmittel für übermüdete erwachsende Menschen. Oder alles, was mit Käse überbacken wird. Gibt es gesündere Alternative, die auch schnell gehen? Klar. Geben aber weder Zucker- noch Koffeinkick und sind damit …

Warum Achtsamkeit wichtig ist

Kleine Szene aus dem Alltag. Kennt ihr das? Morgens hat alles seine Zeit. Kinder sollen sich anziehen, Eltern bereiten die Brotzeiten vor. Es gibt feste Handgriffe, jeden Morgen immer wieder. Und wenn es bllöd läuft, ist alles zeitlich eng getaktet. Sprich: Wehe, irgendwer wird zu langsam. Dann wankt der Zeitplan. Was folgt? Tränen und gereizte Eltern. Gestern morgen war so ein Moment. Im Kopf war ich schon längst bei der Tagesplanung. Ich war definitiv nicht im „hier und jetzt“, sondern ganz weit vorne in der Zeit. Wäsche, Arbeitsaufträge, Abendessen – und das alles beim Brote schmieren und „Seid ihr schon angezogen?“ rufen.