#regrettingmotherhood – Lesesammlung

#regrettingmotherhood – Lesesammlung
#regrettingmotherhood – Lesesammlung

20.06.2016: Letztes Update der #regrettingmotherhood Lesesammlung


Das hier ist keiner unserer üblichen Artikel. Sondern – vorersteine Sammlung bereits bestehender Artikel zu #regrettingmotherhood. Ich empfinde es als sehr wichtig, darüber nachzudenken – wie ist das mit den Muttergefühlen? Sind sie „uns“ gegeben? Und warum haben wir im Sprachgebrauch gar keine „Vatergefühle“, wo die doch auch irgendwie dazugehören müssten?

Hashtag zum Thema: #regrettingmotherhood


Aktueller Auslöser

Artikel in der SZ: Unglückliche Mütter – Sie wollen ihr Leben zurück

Reaktionen zu #regrettingmotherhood

Und hier folgt jetzt eine mittlerweile sehr, sehr lange Liste an Blogbeiträgen, an Zeitungsartikeln & TV-Beiträgen. Am Ende zusammengefasst ist die Lektüre, die sich bereits zu dem Thema in Form von Buchveröffentlichungen angesammelt hat.

Eine Antwort von Mama arbeitet, die mich überhaupt erst auf das Thema gebracht hatte: Regretting Motherhood. Nein – aber. Kinder bekommen als Kopfentscheidung – ich glaube, das ist mittlerweile häufiger als Christine denkt. Und die berühmte biologische Uhr tickt nahezu überdeutlich – auch bei den meisten. Das Zeitfenster für/gegen Kinder ist halt vergleichsweise kurz offen. Frau *muss“ diese Entscheidung irgendwann fällen. Nur das Ergebnis, das lässt sich niemals zurücknehmen (und i. d. R. will das ja auch niemals jemand!). (06. April 2015)

Und dann kommt der Artikel der Phoenix-Frauen dazu, der mich wirklich bewegt: Mutter-un-glück. Denn sie schreibt von der Fremdbestimmtheit, die jeder Elternteil kennt. Von der Macht der Gefühle, vom Schmerz und der großen Hilflosigkeit, weil so unglaublich viele Dinge nicht mehr in der eigenen Macht liegen. (06. April 2015)

Herzgespinst schreibt in ihrem „Von der Ambivalenz des Mutterseins“ darüber, wie anstrengend alles sein kann, wenn man das Konzept der Mutterschaft nicht…. ja, hier ist das richtige Wort schwer zu finden. Es geht darum, dass man seine Kinder lieben kann – so unendlich lieben! – und trotzdem nicht gern Mutter ist – mit allen notwendigen Verpflichtungen, mit all den Terminen, Tätigkeiten und Konventionen. Wie schmerzlich die Freiheit vermisst wird. Und wie das ist, wenn man nie, niemals so richtig allein ist – und das eigentlich wie die Luft zum atmen braucht. (06. April 2015)


Und während ich also nach weiteren Beiträgen suche, stoße ich auf den krachbumm-Blog. Und siehe da, der Beitrag ist schon von 2014. Und erfrischend klar und logisch strickt er ein ganz klares Bild vom „Konstrukt Muttergefühle“: Die Erfindung der Mutterrolle„. Das relativiert vieles, wenn man sich die letzten paar Hundert Jahre so anschaut… (11. August 2014)


Sarah von mutterseelenalleinerziehend fühlt sich manchmal wie eine Meerjungfrau, schreibt sie dazu. In „Sehnsucht nach Freiheit. Manchmal.“ kommt jetzt die frühe Mutter zu Wort. Viel von dem, was die Vorgänger zum Thema geschrieben haben, hat sie selbst gar nicht erst ausprobieren können (Reisen, einfach so in den Tag hinein leben und so weiter…). Und sie hat recht: Wie kann man sich etwas ersehnen, dass man so gar nicht kennt? Das ist ein kluges Bild, dass sie da mit der Meerjungfrau wählt. (07. April 2015)

Von einem „Leben im Käfig“ spricht nimue auf dem Blog diestoerenfrieds.de. Ein – wie sollte es anders sein – ambivalenter Käfig. Einer, der von außen durch patriachalische Strukturen aufgedrückt wird. Und einer, den wir uns durch die absolute emotionale Verletzlichkeit, die Mutterschaft nun mal mit sich bringt, selber bauen. Noch eins spricht sie an, dass für mich als Nicht-Alleinerziehende eine schwierige Sache zum echten Verstehen ist: Dass ihr Menschen ins Gesicht sagen, als Alleinerziehende wäre sie keine gute Mutter. Nie. Das ist erschütternd. (07. April 2015)

Die verständlichen Wünsche nach einem Parallel-Leben sind Thema bei Saskia von essentialunfairness. Ob sie die Mutterschaft bereut? Je ne regrette rien, antwortet sie. Und bekundet tiefestes Mitgefühl für die Mutter, die es eben doch tut. Nachvollziehen kann sie es (und ich auch), wenn man sich ein eigenes Leben wünscht. Ohne klebrige Seltsamkeiten an seltsamen Orten, ohne Hunger-Pipi-Kalt und Fahrdienste, Hausaufgaben und verschnupfte Kindernasen. (07. April 2015)

Ein riesiges „Nein“ zum regrettingmotherhood kommt von Almi. Sie bereut nicht. Sie relativiert nur wenig – und insgesamt liest sie sich entspannt und wenig erschöpft. Für eine Frühchenmama ist das bewundernswert. Aber ja, es gibt eben auch diese Seite der Mutterschaft – und das ist genauso toll, wie es ok ist, eben doch ein Parallelsingleleben zu wünschen. Und es ist nahezu vorbildlich, auch das ganz klar zu sagen: Ich bereue es nicht. Und mein „aber“ zum ambivalenten Muttergefühl ist echt klein. Aber ich versteh euch, die ihr eben doch bereut. (07. April 2015)

Vom „Narrativ der mütterlichen Opferbereitschaft“ spricht fuckermothers. Und setzt nach, mit diesem einen Video, dass fiktive Bewerbungsgespräche führte für einen Job mit niedrigster (=0) Bezahlung, keine Urlaubstage, kein Weihnachtsgeld, keine soziale Anerkennung – ihr kennt das. Wir kennen das. Alle. Und auch hier find


Land-Mama Lisa schreibt auf Stadt-Land-Mutter eine ganz eigene Zusammenfassung der laufenden Diskussion unter dem Label „Ich bereue es, Mutter geworden zu sein„. (08. April 2015)

Und dann kommt der Bericht, auf den ich eigentlich schon gewartet hatte und aufzehenspitzen hat ihn geschrieben und titelt „#regrettingmotherhood – Wo sind die Geschichten ohne Aber?“. Sie weißt uns noch mal ganz deutlich drauf hin: Da gibt es das Thema der Ambivalenz, der Wunsch nach „Pause“ im Familienalltag. Und dann gibt es die echte Reue, der echte Wunsch, eine einmal getroffene Entscheidung rückgängig zu machen. Ohne wenn, ohne aber. (08. April 2015)

„Die Suche nach dem Glück“ beschreibt Frida vom 2Kindchaos Blog ihre Reise mit High-Need-Kind. Mit großem Aber zum bedauern, schließlich liebt sie ihr Kind – und auch die Entscheidung für das Kind würde nie anders ausfallen. Aber die verpassten Möglichkeiten, die veränderten finanziellen Zukunftsvisionen? Die lassen sie zweifeln – am System selbst, nicht an der Mutterschaft. (08. April 2015)

Da geht sie hin, die heilige Kuh der Mutterschaft, so beschreibt es die freundin-Kolumnistin Lucie Marshall. Und beschreibt dabei, wie sie selbst diese Reue so gar nicht empfindet, aber es bei einer Freundin wahrgenommen hat. Und Reaktionen von Leserinnen erhält, die genau das so fühlen. Und wahrnehmen. Und denen Zentner von den Schultern purzeln, wenn es nur endlich jemand (also die Forscher, dann die SZ, dann die vielen Blogbeiträge) ausspricht. Und Lucie wünscht sich, die Gesellschaft wäre inzwischen weiter. Ja. Frommer Wunsch. Ob er mal wahr wird? (08. April 2015)

Wer mit 3 Kindern 500km im Auto zurücklegt, der wünscht sich, was sich Anna vom Berlin Mitte Blog gewünscht hat: Eine Tür zum aussteigen. In ihrem Beitrag „Ambivalenz ist nicht bereuen. #regrettingmotherhood vs. #diegutemutter“ spricht sie aus, wie sehr sie sich die Beiträge von guten Müttern wünscht. Ausdrücklich auch von denen, die die Mutterschaft als Konstrukt bereuen. Und sie beschreibt – mit dem Beispiel der kinderreichen Autofahrt, wie normal die Ambivalenz ist. Aber das es noch lange keine Reue ist, wenn man nach „Stop-Tasten“, oder in ihren Worten: nach Türen sucht.   (08. April 2015)

Der Beitrag von Herz und Liebe ist mir beinahe entgangen. Jessica schreibt über den Verlust der Unabhängigkeit. Wie sie sehenden Auges in die Mutterrolle rannte – dafür kämpfte mit teuren Kinderwunschbehandlungen – um dann zu erkennen: Moment mal, diese Rolle ist gar nicht meine. Wobei Jessica das Idealbild der Mutter zeichnet (liebt spielplätze, ist geduldig, erträgt klebrige Patschehände) – und dieses Idealbild passt nun mal zu den wenigsten. (08. April 2015)


@werdenundsein bezieht sich auf Twitter auf einen ihrer eigenen Beiträge vom Anfang des Jahres.

Aber… genau diesen Beitrag vom Februar habe ich – ohne die näheren Umstände auch nur zu kennen, nur rein vom lesen her – nie als „bereuen“ empfunden. Als sorgfältige Entscheidung, als klare Absprache innerhalb der Elterngemeinschaft – ja. Ob oder ob nicht bereut wurde/wird – ich empfinde die Entscheidung, die Kinder beim Vater zu lassen, angesichts unseres gesellschaftlichen Käfigs noch immer als mutig. (07. Februar 2015/08. April 2015)

Das Frollein vom Gemeinschaftsblog frauschreiberling fordert (endlich!) einen anderen hashtag. Nämlich: #regrettingparenthood. Denn: Die Männer haben ja schließlich auch mitzumachen und sind ja auch nicht ausgeschlossen aus diesem ganzen… Dings. Elternschaft, genau. Und überhaupt: Helikoptermütter (jetzt doch wieder die Mütter!) hat Das Frollein noch nicht getroffen in 6 Jahren (ich auch nicht, btw und GSD). Dafür immer Eltern, die ambivalent zwischen Fernseher-aus-dem-Fenster werfen und ach-gott-ist-daskind-nicht-süß schwankten. Also, der normale Wahnsinn halt. (08. April 2015)


Die Glucke und so fragt laut und deutlich: Was soll das alles? Und meint damit, was „wir“ denn alle für ein Problem hätten. Das mit der Änderung der Lebenswirklichkeit… äh.. Welt hätte man doch vorher gewusst. Das wäre doch klar. Sie fragt sich, ob die bereuenden Mütter ihre Kinder wohl spüren ließen, dass besagte Reue eben da wäre. Reue (als Wort, als Gefühl) ist verletztend, sagt sie. Es steht keinem Menschen zu, jemand anderen zwecks seiner Existenz zu bereuen. Sagt sie. Und überhaupt, solle man sich doch eher mit Liebe in den Augen dem unschuldigen Kinde zu wenden, statt über eigene Gefühlswelten zu reflektieren.  (09. April 2015)

(Nein, mich macht dieser Beitrag gar nicht glücklich – da bin ich offensichtlich in einer völlig anderen Gefühlswelt unterwegs.. )

Nieselpriem liefert am späten Abend (also, für mich jetzt, es ist nach 22:00 Uhr, schlagt mich doch) noch einen Artikel-Schnipsel. Einige, wenige Gedankengänge. Und die Gänge gehen in eine andere Richtung. Nämlich hin zur Dankbarkeit. Dahin, dass Nieselpriem diese Gedankengänge über Reue, Ausstiegstüren und Parallelwelten fremd sind. (09. April 2015)

Und ein Beitrag, der kurz ist aber nachdenklich stimmt (und zwar generell, nicht nur auf die reine regrette-oder regretterien-Debatte gesehen): Wie viel Medienkompetenz der Eltern darf es denn sein? Ist es legitim, öffentlich (also, auf einem Blog halt, im Internet…) darüber zu schreiben, wie schwierig Mutterschaft ist, dass sich frau sich manchmal den Pausenknopf wünschte und das ja – nicht unbedingt bereuen, aber der Ponyhof halt irgendwie auch anders gedacht war? Geschrieben von fruehesVogerl unter dem Label „Auch außerhalb des Ponyhofs ist es schön“ (09. April 2015)

Familieberlin spricht nicht von Reue, aber von Unsicherheit. Davon, dass die Anforderungen an Mütter steigen und steigen – und jeder Perfektion fordert. Jeder? Nope. Denn das eigene Kind will eigentlich nur – genau, Mama. Stimmt auch wieder. (09. April 2015)

Ah, der Nadine vom Berliner Kinderzimmer ist gepflegt die Hutschnur geplatzt. Grund ist natürlich besagte Studie, die ja ganz zum Anfang der Diskussion stand (und die Nadine sogar wörtlich zitiert, Hut ab!). Sein Kind zu bereuen, es aber nicht parallel in liebevollere Hände zu geben, sei schäbig – ihre Quintessenz. Und die Trennung zwischen „Hass auf die Mutterschaft und Liebe zum Kind“ auch nicht nachvollziehbar. Und überhaupt, die freundlichen Feministinnen von nebenan hätten sich ja wohl auch fürs Kind entschieden, hätten wissen müssen, was sie erwartet und sollten jetzt mal nicht rumjammern. Nadine spricht sich sehr deutlich und in gewählten Worten (ohne Ausrufezeichen!) für das absolute Tabu aus. Ausgesprochen werden darf das regrettingmotherhood jedenfalls nicht. Was ist mit denken? Kinder sind schlau, ambivalentes Verhalten entlarven sie sofort….?! (09. April 2015)


Dem Aspekt der Fremdbestimmung widmet sich Fadenvogel. Über den Text – und vor allem seine Botschaft – habe ich jetzt länger nachgedacht. Fadenvogel beschreibt – und das sehr treffend – das wir üblicherweise immer fremdbestimmt sind. Berufsleben? Chefs, Kunden, Finanzamt, Banken, selbst im Lebensmittelladen – eigentlich werden wir generell fremdbestimmt. Durch anderer Menschen Handlungen, durch Angebote und Nachfrage, durch normale Notwendigkeiten. Hmm. Ja, stimmt schon. Sie entlarvt sehr geschickt die herrschende Entscheidungsfreiheit als das, was es ist: ein gesellschaftliches Korsett. In das wir uns stürzen, um im Strom mitzuschwimmen. (11. April 2015)

Ah, eine entspannte 1-Kind-Mutter mit „einfachem“ Kind. Sie schreibt darüber, dass Kinder glücklich machen. Sobald (!) sich Eltern einfach mal locker machen, das Streben nach Perfektion und Helikopter-Heil unterlassen, das Kind auch mal bestechen (was funktioniert, mache glücklich) und ansonsten klare Regeln aufstellen. Aahhh… ja. Hmm. (steht kein Datum dabei. Lass das mal beim 11. April 2015 stehen…)


(13. April 2015) Die Welt titel ganz freundlich: „Nein sagen zum Perfektionierungswahn. Nicht zu Kindern.

Ich lass hier mal einfach die Schlussworte des Artikels stehen. Der Artikel selbst bringt nichts neues. Eigentlich nur den Hinweis, wie viel Mütter denn so leisten, wie wie zu schultern wäre. Naja, das wissen „wir“ doch aber alle, oder?!

Grenzen ziehen. Pause machen. Einfach mal lassen. Nein sagen zum Perfektionswahn. Nicht zu Kindern. Es kann so schön sein.

(13. April 2015) Und die SpoN macht es ganz ähnlich, schießt allerdings in das andere bekannte Horn. Der Kommentar von Verfasserin Carola Padtberg-Kruse zielt darauf, dass es die Entscheidung jeder Mutter wäre, ob/ob sie nicht dem herrschenden kulturellen Leitbild folge. Hmm. Ja. Ist ja auch überaus einfach, weil es ja nur um einen selbst geht, ob man nun dieses oder jenes tue. Halt – nein, es geht eben nicht nur um einen selbst. Und damit ist es – leider – doch nicht ganz so einfach. Aber, die Verfasserin spricht zumindest deutlich aus:

23 Mütter bereuen eine Entscheidung, doch sie sagen explizit, dass sie ihre Kinder trotzdem lieben. Diese gegensätzlichen Gefühle haben ihre Berechtigung.

Aus dem vollen Erfahrungsschatz schöpft Gabriele vom Motherbook. 4 eigene Kinder, ein Enkel – und alle Höhen und Tiefen aus dem Leben mit Kindern. Sehr persönlich und direkt beschreibt sie, wie sehr einen die Pubertät der eigenen Kinder an die persönlichen Grenzen bringen kann. Und das die Mutterschaft sich eben doch in die eigene Biographie gräbt – und das ist durchweg positiv gemeint. Sie beschließt ihren Beitrag mit sechs (!) Punkten, was wir alle (!) tun könnten. Und die sind überdenkenswert (nicht neu, aber wichtig und richtig formuliert). (13. April 2015)

Das Frauenpanorama packt die ganze Diskussion direkt unter das Label „absurdes“ und Autorin Anna fragt sich (öffentlich, in einem sogenannten Magazin), ob bereuende Mütter nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Auf Feministinnen und niedere Bildungsschichten, Trinker und Raucher wird direkt mit eingeschimpft. Als letzte Konsequenz empfiehlt sie entweder Babyvorbereitungskurse oder die Pille. (13. April 2015)


Endlich! Ein Väter-Beitrag. Auf twitter gibt es einige, die die einseitig geführte Debatte monieren. Aber die Beiträge von Vätern dazu, ob auch sie (nicht) bereuen, waren ja bislang sehr mau. Martin von marthori erhebt jetzt das Wort. Und er pickt sich einen ganz und gar egoistischen, aber überaus nachvollziehbaren Grund heraus, warum er die Vaterschaft nicht bereut: Er kann sterben, und in der Welt bleibt jemand (=seine Kinder) zurück. Ich bin auf den Gedanken gar nicht gekommen, aber ihn nun so formuliert zu lesen. Ja, sicher. Stimmt natürlich. Und ist mit Sicherheit auch einer der Gründe, um Kinder zu bekommen – Biologie und so. Spirituell gesehen auch – einen Lebensfunken in der Welt zu lassen, während man selbst vergeht.

Wobei mir am ganzen Text die vorderen Absätze noch im Gedächtnis bleiben werden: Denn es geht darum, dass man bereuen können darf. Und es geht um Veränderung, die notwendigerweise mit Kindern im Leben mit dem eigenen Leben, dem eigenen Ich passiert.

Ach, schon wieder diese Ausrufezeichen. Dieses Mal bei Jessi von feiersun. Sie bereut nichts, schreibt sie. Soweit so gut und sehr verständlich. Sie beschreibt auch, wie wertvoll alle Erfahrungen in der Mutterschaft sind, dass sie sich für jedes Kind bewusst entschieden hat (Glückwunsch!) und nichts, absolut nichts bereut. Ach ja, und sie erinnert wie bereits einige vor ihr daran, dass jede(r) doch bitte an die Kinder denken solle, die das eventuell später lesen könnten. (15. April 2015)

(15. April 2016) Lisa Harmann schreibt die Aussagen einer bereuenden Mutter auf. Die Worte dieser Mutter sind drastisch. Fast wäre sie irgendwann abgehauen, sagt sie. Hätte den Stress, das eingebundensein, diesen Käfig der Mutterschaft nicht mehr tragen. Fast. Denn sie bleibt, jeden Tag.

Ich bin gefangen in der großen Liebe zu meiner Tochter. Und ich frage mich: Wie kann man als Erwachsene Kinder kriegen und dann doch so überrumpelt werden? Wie kann man schon so viele wichtige Entscheidungen im Leben getroffen haben und dann bei dieser merken: Das mit der Mutterrolle, das ist nichts für mich?


(16. April 2015) Der WDR hat sich des Themas auch angenommen und eine knapp fünfminütige, kluge Reportage draus gemacht. Kann online angeschaut werden, und zwar hier: Frau.TV.

Das Hauptstadtmädchen greift bei Frau Schreiberling noch mal den Punkt auf: Bereuen? Never! Und da haben wir wieder eine ganz unaufgeregte, klare Stellungnahme von einer Mutter, die viele Baustellen hat, aber nichts bereut. Und sie gibt drei Ratschläge auf den Weg, die sich um das Ernst nehmen, die weise Wahl der Kämpfe und das altbekannte Motto „Es ist nur eine Phase“ drehen. Ob die Ratschläge wirklich helfen? Who knows… (16. April 2015)

(16. April 2015) Ach, mal richtig schön alles in Lächerliche pampen, das Ressort „Unterhaltung“ auswählen und man hat einen Beitrag zur Debatte vom Nachrichtensender N-TV. Oder soll das Satire sein? Ich weiß es nicht …

Fast lyrisch mutet der Beitrag von Mutterkiste an. Im „Alles in Butter, liebe Mutter“ dreht es sich um die individuelle Gefühlswelt. Und darum, wer hier wen zu was verurteilt. Leben im Käfig als Mutterschaft – oder verurteilt zur Mutterschaft in einer Gesellschaft, die keine Nicht-Mütter akzeptiert? (16. April 2015)


Wiebke vom verflixterAlltag bereut auch nicht. Beschreibt aber eindrucksvoll, wie geschäftigt-aber-leer sie vor dem Kind war. Und wie sich der Alltag mit Kind verändert, wie bunt und aufregend allein der Weg von daheim bis zum Kindergarten/wieder zurück werden kann. Sie spricht von Wahrnehmung und davon, welche große Gefühle die Mutterliebe bei ihr auslösen. Und spricht sich doch positiv gegenüber denen aus, die sich mit einer spezifischen (gesellschaftlich konstruierten) Rolle nicht wohl fühlen. (17. April 2015)

Für Jenny vom Glücksblog steht eine ganz andere Frage dahinter, nämlich die nach innerer Stärke. Also, zumindest am Anfang des Artikels. Mitte und Ende sind mehr persönliche Lebens- und Glücksfindung. Und da kann ich viel nicken, davon schreiben wir auch im Vereinbarkeitsblog häufiger: Weniger ist mehr, mach das, was dich glücklich macht – und guck, was du selbst leisten kannst und willst. Zurück zum Anfang, zu dieser für Jenny eigentlich zentralen Frage: Eigene Entscheidungen treffen und annehmen. Innere Stärke entwicklen, um sich eigene Rollen zu schaffen und damit/darin glücklich zu sein. Ein spannender Gedanke, den ich mir selbst erst noch zu Ende denken muss: Wie sollte/könnte/dürfte ein Rollenwechsel bei einer wirklich bereuenden Mutter aussehen? Ist es da mit gekauftem Kuchen und klebrigen Böden schon getan? (April 2015)

Sarah von Schwesternliebeundwir legt den Finger nochmal explizit auf den Druck, den Mütter erfahren. Und darauf, dass zwischen ambivalenten Gefühlen und echter Reue die Frage steht, welches Rollenbild denn da transportiert wird. Während sich ambivalente Gefühle tatsächlich durch Handlungen (Grenzen setzen, Putzhilfe buchen, Arbeitszeit erhöhen/reduzieren) veränderbar sind, ist das bei der Reue alles nicht so einfach. (17. April 2015)

(17. April 2015) Ein nachdenklicher Artikel aus der Tagespresse. Von einer dreifachen Mutter, die selbst nicht bereut – aber um jedes Jahr erleichtert ist, dass die Kinder älter und größer werden lässt. Nicki Pawlow zieht auch eine Parallel zwischen all den Erfordernissen der Elternschaft (eben, nicht ausdrücklich Mutterschaft) und den doch stetig niedrigen Geburtszahlen in Deutschland. Ob all die Anstrengungen der Regierung deshalb nicht greifen, weil insgeheim die Anstrengungen der Elternschaft abschrecken? Im Zeitungsartikel enthalten sind übrigens auch Berichte von wenigstens drei Müttern, die so gar nicht dem Ideal der perfekten Mutter entsprechen. Pawlows Fazit zum Schluss:

Frauen, die ihr Mutter-Sein als irreversiblen Albtraum empfinden, haben sich das ganz bestimmt nicht ausgesucht. Was sie brauchen ist Verständnis, Offenheit und Unterstützung. Die Gesellschaft täte gut daran, diese Frauen nicht vorschnell zu verurteilen.



(19. April 2015) Das Deutschlandradio fasst mit dem Kommentar von Stephanie Rohde die Diskussion weiter, beleuchtet ein paar Hintergrunde mit Verweise auf Simone de Beauvoir und spricht sich dafür aus, dass Frauen ein Recht auf Reue haben. (19. April 2015) Steven Geyer fragt sich bei Fr-online, ob sich Männer wohl in die Debatte einmischen dürften? (JA!). Und überlegt dann weiter, was bereuende Mütter denn entlasten könne, schließlich seien Karriere, Kinder, Partnerschaft usw. immer noch überwiegend ein Frauenproblem. Er schlußfolgert, Männer müssten ihre Privilien aufgeben und mehr Verantwortung übernehmen. Die Privilegien hätten mich jetzt interessiert, welche genau er wohl meint? Er bringt dann allerdings noch eine weitere Studie mit ein, die sich mit der „überforderten Generation“ der 1970-1980er befasst – und die das mit dem Karriere-Kinder-Haus-Idyll nachweislich nicht auf die Kette bekommen. Sein Fazit: Ein Wertewandel wäre hilfreich, um weg von dem „ich will alles schaffen“ Gedanken zu kommen.


(20. April 2015) Frau Kelle hat im TheEuropean auch was zum Thema verfasst. Wer mag, darf sich das gerne durchlesen, aufgenommen wird es halt der Vollständigkeit halber. Quintessenz des Artikels: Hört auf, euch im Selbstmitleid zu suhlen. Ende.


Overkill! Und, muss frau öffentlich darüber sprechen, dass/ob/wie sie Kinder bekommen hat? Es geht hier um ambivalente Gefühle – und die habe ich auch direkt im Artikel selbst. Ich kann dazu nicken (verplante Faschingsfeiern? Kenn ich!) und ich kann den Kopf schütteln – ja, ich finde durchaus, dass sich das Konzept der Mutterschaft losgelöst vom individuellen Kind betrachten lässt. Ich mag aber den unaufgeregten Tonfall dieses Beitrags und – sehr! – die stimmungsvollen Bildern. Da ist aber ein bisschen Filter zum Weichnzeichnen dabei, oder? (21. April 2015)


Katja Thiede kommentiert auf Edition F (das ich übrigens gern lese!) ebenfalls zum Thema. Sie relativiert. Zuerst die Studie, dann die Reue der Mütter aus der Ausgangsstudie. Dann Reue im Allgemeinen. Und bespricht, was es mit der Dynamik der „WAS wäre WENN“ Gedanken auf sich hat. Und dann holt sie aus und bespricht den Mikrokosmus der guten Mutter, die sich selbst vergisst und der Fremdbestimmheit durch anderer Leute Erwartungen hingibt. Und sie beschreibt – und das sehr eindringlich – warum sie selbst sich dem entzieht. Und glücklich ist, mit Kind und Mutterschaft. (22. April 2015)


Was wäre, wenn“ beschreibt Uta vom Vereinbarkeitsblog. Was wäre, wenn sie keine Kinder bekommen hätte? Eine kleine Gedankensammlung. Vieles vom heutigen Leben wäre wieder so – zumindest ähnlich. Manches auch nicht. (23. April 2015)

(28. April 2015) Einen feministischen Zwischenruf gibt es von Heide Österreich auf den Seiten der Heinrich Böll Stiftung. Es ist nochmal ein Plädoyer dafür, dass Reue ein mögliches Gefühl bleiben muss. Auch und gerade bei so hochstilisierten Rollenbildern wie dem der Mutter. Heide stellt am Ende fest, die Gesellschaft würde sich in Schüben verändern.

Vielleicht haben wir gerade einen kleinen dieser Schübe erlebt.


(26. April 2015) Eine Meta-Analyse liefert übrigens der Tagesspiegel, indem er die Verbreitung von #regrettingmotherhood aufarbeitet. Und zeigt, wie viele Zufälle ins Spiel kommen müssen, um aus einer winzigen Studie im Nahen Osten einen Medienhype in Deutschland zu machen. Relevant für mein Medienwissenschaftler-Herz, deshalb auch hier in dieser Lesesammlung.


Den umfassenden Nachklapp mit sauberer Struktur liefert uns das Gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Wenn Frauen das Muttersein bereuen, titelt Danielle. Und listet sauber und unaufgeregt die Debatte in Grundzügen auf. Wer den ganzen Anfang verpasst hat, startet am besten mit genau diesem Beitrag. Da steht eigentlich alles drin, was es um Thema zu sagen gibt. (28. April 2015)


(29. April 2015) Schon mal jemand überlegt, wie ein jüdisches Tagesblatt die israelische Studie findet? Sehr differenziert, das steht fest. Ein kürzerer Nachklapp als der von Danielle, aber nichtsdestotrotz ein guter.

(29. April 2015) Ich hatte mir ja anderes erhofft, aber auch die Kultur- und Literaturszene ist nicht frei von „Ach, und wo sind deine Kinder und wie machst du das bloß mit der Arbeit?“ Ist aber wohl überall das gleiche. Und damit sind auch die Gedanken samt ambivalenter Gefühlswelt die gleichen, wie in jeder anderen Branche auch. Und eine Sophie Sumburane muss sich auf der Buchmesse für die Abwesenheit der Kinder erklären. Ist genervt vom mommywar und der allgegenwertigen Super-Mom-Druckwelle, die ja schon in der Krabbelgruppe beginnt. Letzter Appel: Lasst uns Fertig-Kuchen kaufen! (ne, nicht wirklich. Aber beim Rest kann ich mitnicken)


(08. Mai 2015) Jacinta Nandi – kannte ich vorher noch nicht. Und von der Seite Resonanzboden hatte ich auch noch nie gehört. Aber dort, an dieser Stelle ist noch mal ein (letzter?) Text zur Debatte aufgetaucht. „Alleine mit dem Hass der Gesellschaft“ titel Jacinta. Und auch wenn ich an mehreren Stellen im Text japse – und dann wieder mit dem Kopf nicke – Kinder und Frauen sind durchaus in vielen Bereichen der Gesellschaft nicht erwünscht. Sie gehören nicht in das „Bild“: Nicht in die Cafès und Restaurants, nicht in die Hochglanz-Museen oder Bürotürme. Da „passen sie nicht hin“, weder die erschöpften Mütter noch die normalen, lauten Kinder. Wie gesagt, bei einigen Textstellen möchte ich den Kopf schütteln. Aber die Zusammenhänge dahinter… ja – die sind es.


(11.11.2015) Barbara Vorsamer greift das Thema nochmals auf. In der Süddeutschen fasst sie die bisherigen Beiträge und Ideen zusammen, inklusive Hinweis auf das jüngst erschienende Buch von Christina Mundlos. Und fokussiert zusätzlich auf die Unsichtbarkeit, die bereuende Mütter (lies: eben NICHT die mit den ambivalenten Gefühlen!) erleiden.

Regretting Motherhood: Darunter verstehen die meisten Frauen eben keine Reue. Die eigenen Kinder? Ganz wunderbar seien die. Tolle kleine Menschen. Nur manchmal eben anstrengend. Was verständnisvoll daherkommt, kehrt das Kernproblem erneut unter den Teppich. Denn ursprünglich ging es bei Regretting Motherhood um Frauen, die ihre Mutterschaft bereuen – unabhängig davon, wie gut ihre Rahmenbedingungen sind. Wer so tut, als müssten nur die Umstände geändert werden, damit die Reue verschwindet, macht diese Mütter erneut unsichtbar.


Eva spricht in ihrem, wie sie selbst sagt, schnell dahin geworfenen Beitrag zwischen Pfannkuchen, kaltem Kaffee und kindbedingten Unterbrechungen (oh, I know!) davon, die Debatte würde die Verantwortung auslagern. Zumindest teilweise auf die Schultern der Kinder legen. Denn, Erwachsene sich in gewisser Weise bewusst für Kinder und alles drum herum entschieden hätten – diese Wahl hätte das Kind nie gehabt. Wenn nun die Mutter die Mutterschaft bereue, lüde sie einen Teil der Verantwortung beim Kind ab. Ich sehe den Punkt – kann aber nicht zustimmen. (19. März 2016)


(29. März 2016) Julia Bähr bespricht eigentlich ganz knapp das neue Werk von Bronsky und Wilk „Die Abschaffung der Mutter“, tangiert auch deutlich den Bereich #regrettingmotherhood. Weil sich hier zwei Fronten gegenüberstünden (das sehe ich dann aber doch anders!). Wahr ist, und das liefert der Artikel ganz deutlich: Wie mans macht, macht mans verkehrt. Und es ist wichtig, dass die Debatte immerhin angestoßen wurde. Ich mag den Schlussabsatz, der da lautet:

Das Totschlagargument, mit dem beide Seiten nun konfrontiert werden, lautet: Das hättet ihr euch früher überlegen müssen. Allerdings wird es nicht zufällig als unvorstellbare Erfahrung beschrieben, Kinder zu haben.


(01. April 2016). In einem Schweizer Blatt gibt es ein Interview mit der Soziologin Orna Donath zu lesen. Sie geht dabei unter anderem darauf ein, warum es „so wenige“ Frauen in ihrer Studie sind, wie sie mit wissenschaftlicher Kritik umgeht – und ob sie „Mutterschaft“ hasst. (Tut sie nicht.)


(06. April 2016) Einen Blick zu unseren westlichen Nachbarn – jaja, nach Frankreich – wirft Cécile Calla. Und hält fest: #regrettingmotherhood ist in Frankreich (immer noch) kein Thema. Wird des wohl auch nicht in nächster Zeit. Weil die Rahmenbedingungen hier ganz andere sind. Vor allem der Rahmen, in den die Frauen passen (sollten). Die sexy Frau ist hier gefordert, die Mutterrolle weniger stilisiert. Wer ins eigene Bild passen will, geht zügig arbeiten, stillt wenig/nicht und verschwendet nur wenige Gedanken an bindungsforschung oder bindungsorientierte Elternschaft.


(09. April 2016) Fiona Rhode titel auf GoFeminin, dass die Diskussion um #regrettingmotherhood längst überfällig wäre. Zitiert zwei Aussagen von Christina Mundlos, die zum Thema bereits ein Buch aufgelegt hat und häl fest: Hier wären gesellschaftliche Rahmenbedinungen im Argen, die geändert werden sollten. Beispielsweise, indem Väter UND Mütter an der Kindererziehung partnerschaftlich beteiligt werden.


Habt ihr noch weitere Beiträge zum Thema gefunden? Dann immer her damit. Danke!


Mittlerweile ist die Debatte bald ein Jahr alt. Und es gibt Bücher, die sich der Aufarbeitung und Erklärung widmen.

  • Gertrud Klemm: Aberland (06. Februar 2015) | Rezension
  • Mundlos: Wenn Muttersein nicht glücklich macht: Das Phänomen Regretting Motherhood (09. November 2015) | Rezension
  • Donath/Dürr: #regrettingmotherhood: Wenn Mütter bereuen (04. Februar 2016) | Rezension der FAZ
  • Fischer: Die Mutterglück-Lüge: Regretting Motherhood – Warum ich lieber Vater geworden wäre (08. Februar 2016) | Rezension
  • Göbel: Die falsche Wahl: Wenn Frauen ihre Entscheidung für Kinder bereuen (01. März 2016)

36 Responses »

  1. Pingback: Mutter-un-glück | phönix-frauen

    • Hallo Dani,

      ich lese da den erhobenen Zeigefinger. Fett gedruckte, mehrfache Fragezeichen und Ausrufezeichen schreien mich geradezu an. In der Masse der relativ reflektierten Beiträge ist mir deiner aufgefallen, weil er ohne Frage hoch emotional ist. Aber eben auch gleichzeitig dieses unterschwellige „Das hätte man ja wohl vorher wissen sollen“ – und nein, ich finde ganz und gar nicht, dass man vorab auch nur ansatzweise begreifen kann, was Elternschaft mit sich bringt.

      • Was Elternschaft mit sich bringt ist nicht vorhersehbar das stimmt aber ja ich erhebe den Finger da ich nicht finde, dass man sagen sollte, dass man seine Kinder bereut und nach einem Kind weiß man was auf einen zukommt, man weiß auch, dass das Leben sich komplett verändert. Dazu stehe ich auch.
        Ich finde nicht gut, dass du meinen Beitrag falsch darstellst. Er mag so auf Dich wirken, wie Du beschreibst aber das ist reine, subjektive Interpretation, die andere Leser beeinflusst.
        Aber so läuft Journalismus oder?

        • Ich habe noch etwas vergessen. Die eigene Gefühlswelt zu reflektieren ist sehr wichtig aber das Kind kann nicht schuld daran sein, dass das Muttersein sich schlecht anfühlt und dass habe ich Geschrieben und nicht den Satz den du draus machst.

          • Ja, die eigene Gefühlswelt zu reflektieren ist wichtig.

            Und in keinem der Texte, die ich da oben beschrieben habe, in KEINEM schreibt irgendeine dieser Mütter, sie gäbe ihrem Kind die Schuld. Nicht eine.

            Weil es um das Gefühl der Mutterschaft geht, nicht um das Kind als Person.

            Für mich lässt sich das trennen. Für dich anscheinend nicht. Und das ist ja auch ok so.

        • Es geht hier nicht um Journalismus.

          Es geht um meine subjektive Empfindung beim Lesen deines Textes.

          Du stehst zu deiner Aussage, ich stehe zu meiner (sehr individuellen!) Empfindung, die sich beim Lesen eingestellt hat.

          • Nur weil jemand es nicht schreibt, dass das Kind „Schuld“ hat heißt es nicht, dass es nicht so gemeint ist, und diese Kinder werden es irgendwann erfahren und findest du das dann ok?
            Ich finde wichtig dass Mütter darüber reden dürfen, dass nicht alles total toll ist aber es gibt ein Unterschied zum bereuen.
            BerlinMitteMom oder Rike oder oder haben gut diese Ambivalenz beschrieben und ich bereue eben nicht genau wie Andrea von Runzelfüsschen oder Jessi von FeierSun und noch einige weitere.

            Aber nun gut, das Schöne ist ja, das es jeder anders sieht und ich kann nur sagen., du verstehst meine Worte falsch.

          • Ich verstehe deine Worte nur anders – halt nicht so, wie du das meinst, sondern so, wie sie bei mir ankommen. Das ist das Wesen der Kommunikation.

            Was ich persönlich empfinde, habe ich noch nirgendwo nieder geschrieben. Wobei mir der Beitrag von fruehesvogerl in den Fingern juckt, wenn es um die angesprochene Medienkompetenz von Eltern geht. Das ist auch eher so ein Grundsatzding. Wie viel „darf“ ein Elternteil denn verbloggen, öffentlich aussprechen – und wie werden sich die heutigen Kinder als Erwachsene damit fühlen? Tja.. wie gesagt, Grundsatzding. Meta-Diskussion, die hier mit dem Thema erst mal nichts zu tun hat.

  2. Pingback: Regretting motherhood oder die Fremdbestimmtheit trifft euch alle | Fadenvogel

  3. Pingback: sterben können | Marthori

  4. Ein unglaubliches Thema, das sehr triggert….ich habe mich für das Tabu ausgesprochen – ich finde es grausam, einem Kind innerlich zu sagen: mein Leben ohne Dich wäre ein glücklicheres. Und ich fand es schlimm zu lesen, dass Orna Donath, die den Artikel über die bereuenden Mütter geschrieben hat, anzweifelt, dass diese Mütter ihre Kinder wirklich lieben oder ob sie dies eher als Schutzbehauptung vor sich hertragen, um nicht in komplette Ungnade zu fallen.
    http://www.berliner-kinderzimmer.de/2015/04/09/pl%C3%A4doyer-f%C3%BCr-ein-tabu-regrettingmotherhood/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.